Antibiotika-Minimierung: Maßnahmenpläne bei Kennzahlüberschreitung nach §58 d AMG!

Bis zum 01. Juni 2015 müssen meldepflichtige Tierhalter die ihnen mitgeteilte betriebsindividuelle Therapiehäufigkeit mit den bundesweiten Kennzahlen 1 und 2 abgleichen.

Folgende bundesweite Kennzahlen 1 und 2 für das II. Kalenderhalbjahr 2014 wurden am 31.3.2015 bekannt gegeben.

Nutzungsart Kennzahl 1 Kennzahl 2
Mastkälber bis zum Alter von 8 Monaten 0,000 5,058
Mastrinder ab einem Alter von 8 Monaten 0,000 0,015
Ferkel vom Absetzen bis zu einem Gewicht von einschließlich 30 kg 4,793 26,191
Mastschweine mit einem Gewicht von über 30 kg 1,199 9,491
Masthühner ab dem Schlüpfen 19,558 35,032
Mastputen ab dem Schlüpfen 23,030 47,486










Die Angabe der Kennzahlen erfolgt ohne Gewähr.


Bei Überschreitung der Kennzahl 1 (KZ 1) muss der Tiermäster tierärztliche Beratung in Anspruch nehmen, um die Ursachen des erhöhten Arzneimittelverbrauchs und Möglichkeiten der Antibiotikareduktion abzuklären.

Bei Überschreitung der Kennzahl 2 (KZ 2) ist der Tierhalter verpflichtet, gemeinsam mit dem Tierarzt die Ursachen für diesen überdurchschnittlichen Verbrauch zu ermitteln und einen „Maßnahmenplan" aufzustellen, mit dem die Tiergesundheit im Bestand so verbessert werden kann, dass eine Reduktion der Antibiotikaanwendungen möglich ist.

Bei KZ 2-Überschreitung ist dieser Maßnahmenplan in Niedersachsen dem LAVES vorzulegen!

In Ausführungsbestimmungen sind bestimmte Mindestanforderungen an einen solchen Maßnahmenplan festgelegt worden.

Unter Beteiligung der Tierärztekammer und der Landwirtschaftskammer hat das LAVES die nachfolgenden, tierartenspezifischen Vorlagen für diese Maßnahmenpläne entwickelt.

Die Formulare sind eine hilfreiche Leitlinie für Tierhalter und Tierärzte und stehen nachfolgend zum Download zur Verfügung: