AFRIKANISCHE SCHWEINEPEST

Das Virus der Afrikanischen Schweinepest (ASP) breitet sich weiter Richtung Deutschland aus. In der Verwaltungsregion Zlin, östliches Tschechien und 350 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, wird versucht, die Ausbreitung der ASP durch weitere Vorkehrungen zu verhindern. Das Risiko des Eintrags von ASP nach Deutschland durch illegale Verbringung und Entsorgung von kontaminiertem Material und durch kontaminiertes Schweinefleisch oder daraus hergestellte Erzeugnisse entlang des Fernstraßennetzes wird als hoch eingeschätzt.

Der Deutsche Jagdverband e.V. und das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) haben eine Informationsbroschüre „Exemplarische Anwendung jagdlicher Maßnahmen im Seuchenfall der Afrikanischen Schweinepest (ASP)“ herausgegeben. Um aufzuzeigen wie mit möglichen Totfunden aus der Sicht des Deutschen Jagdverbandes umzugehen ist, hat der DJV verschiedene Möglichkeiten in verschiedenen Regionen Deutschlands zu verschiedenen Vegetationszeiten konzipiert. Die Maßnahmen sind ausdrücklich auf den Seuchenfall bezogen und dienen der Seuchenbekämpfung. DJV und FLI geben außerdem einen Maßnahmenkatalog und Informationen zur ASP-Früherkennung heraus. Auf den Seiten des FLI befinden sich diese und weitere ständig aktualisierte Informationen zum Tierseuchengeschehen, Karten, Risikobewertungen und Handlungsempfehlungen:
https://www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/afrikanische-schweinepest/

In Tschechien scheint das Virus bislang auf die Wildschweinpopulation und auf die bisher betroffene Region Zlín beschränkt geblieben zu sein, doch auch hier bleibt abzuwarten, ob die Infektion vollständig getilgt werden kann. Die Einschleppung der ASP nach Deutschland hätte verheerende Folgen für Tiergesundheit und Handel. Käme es zu einer Einschleppung in die Wildschweinpopulation, wären drastische Bekämpfungsmaßnahmen notwendig.

Es wird eindringlich vor dem Verbringen von Schweine- oder Wildschweinefleisch bzw. Fleischerzeugnissen (Schinken, Salami, usw.) aus allen Gebieten der betroffenen Länder gewarnt, da von viruskontaminierten Produkten eine hohe Ansteckungsgefahr ausgeht. Wenn Jagdreisen nach Tschechien, Polen, Estland, Lettland, Litauen, Moldawien, Weißrussland, Ukraine und Russland unternommen werden, ist äußerste Vorsicht (kontaminierte Stiefel und Kleidung, Trophäen etc.) geboten.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat erneut Plakate an Fernstraßen aufgehängt. Für Behörden und Wirtschaftsbeteiligte gibt es Handzettel:
http://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Tier/Tiergesundheit/Tierseuchen/ASP/ASP-Handzettel_Druck.pdf;jsessionid=6103CFD7B744DBEDAB06E86179289DAC.1_cid296?__blob=publicationFile




Veröffentlicht am:
12:38:00 25.10.2017 von Tierärztekammer Niedersachsen - Administrator