Seite auswählen

Die Durchführung der Bestimmungen des Artikels 3 Absatz 3 des DB 2014/709/EU (ASP-Statusbetrieb) dient der Früherkennung der ASP in der Hausschweinepopulation in einem ASP-Geschehen beim Wildschwein. In einem freiwilligen Verfahren kann  zu „Friedenszeiten“ ein Eintrag der ASP in die Hausschweinepopulation abgeklärt bzw. ausgeschlossen werden. Diese Untersuchungen können bei Ausbruch der ASP im Wildbestand von der zuständigen Behörde zur Genehmigung des sog. Status berücksichtigt werden.

Wie läuft die sogenannte Statuserlangung ab?

Der Tierhalter meldet seine Teilnahme am „ASP Früherkennungsprogramm“ bei der zuständigen Behörde (Veterinäramt) mit seiner Produktionseinheit an, verwaltungstechnisch müssen alle Registriernummern der Produktionseinheit die Teilnahme am freiwilligen ASP-Früherkennungsprogramm beantragen, da sie als „unterschiedliche“ Betriebe gelten.
Mit dem ersten Betriebsbesuch durch den Amtstierarzt oder den amtl. beauftragten Tierarzt (kann auch der Hoftierarzt sein *s.u.) wird eine klinische Untersuchung der Schweine sowie die Kontrolle der Biosicherheit nach SchwHHygVO durchgeführt.

Zusätzlich sind pro Kalenderwoche und Produktionseinheit mindestens die ersten beiden über 60 Tage alten verendeten Hausschweine durch einen amtl. ermächtigten Tierarzt zu beproben und auf ASP untersuchen zu lassen.. Frühestens nach vier Monaten (regulär zweimal jährlich) erfolgt der zweite Besuch zur Biosicherheitskontrolle des Betriebes.
Für die Aufrechterhaltung der Voraussetzungen des sog. Status ist der Betrieb zweimal jährlich, im Abstand von mindestens 4 Monaten klinisch zu untersuchen und die Biosicherheit zu überprüfen. Die Status-Bescheinigung gilt längstens bis zur weiteren Betriebskontrolle (spätestens nach 8 Monaten). Der Landwirt hat dafür Sorge zu tragen, dass die Anmeldung zur halbjährlichen Kontrolle rechtzeitig erfolgt.

Die Teilnahme an diesem ASP-Früherkennungsprogramm ist nicht verpflichtend für den Tierhalter. Sämtliche Kosten sind vom Tierhalter zu tragen.
Die Tierseuchenkasse und das Land unterstützen die Teilnehmer durch die Übernahme der Laborkosten für die Untersuchung von z.B. EDTA-Blutproben auf ASP.
Die Kosten der Probenentnahme im Betrieb sind mit der Tierarztpraxis/ dem Probennehmer abzurechnen.
Werden halbjährliche Betriebskontrollen mit klinischer Untersuchung und Kontrolle der Biosicher-heit durch die zuständige Behörde durchgeführt, so erfolgt die Abrechnung gemäß GOVV.

Für wen ist der sog. Status sinnvoll?

Betriebe, die häufig und auch überregional Schweine verbringen, denn wenn nur innerhalb eines gefährdeten Gebietes verbracht wird, müssen die Schweine nur klinisch untersucht werden. Auch sollten sich Schweinemäster die Teilnahme überlegen, wenn sie nicht kontinuierlich sondern z.B. im Rein-Rausverfahren Mastschweine aus einem gefährdeten Gebietes heraus verkaufen. Dann kann auch die Stichprobe bei max. 59 Tieren finanziell sinnvoller sein.

( * Eine Einbindung von amtlich ermächtigten Tierärzten kann gemäß § 24 Absatz 2 TierGesG erfolgen.
Die Ermächtigung soll personenbezogen nach Qualifikation (Approbation + Bescheinigung nach § 7 Schweinehaltungshygieneverordnung (SchHaltHygV)) erfolgen.
Durchgeführte Betriebskontrollen finden unter der Dienstaufsicht der zuständigen Behörde statt )

Zusammenfassung:
Inge Böhne, Ausschuss für Tierseuchen und Bestandsbetreuung